Die Geschichte der Ardennenjäger

Monument der Ardennenjäger in Martelange.
Monument der Ardennenjäger in Martelange.

Das 3. Ardennenjäger Regiment findet seinen Ursprung 1934 aus der Zersplitterung des Regiments der Ardennenjäger. Eine der Einheiten, die dritte, bezieht die Garnison in Vielsalm.

Das Regiment der Ardennenjäger wurde 1933 gegründet.

Es entstand aus der Umbennenung des 10. Linienregiments, welches seit 1888 in Arlon kaserniert war.

Das 10. Linienregiment wurde 1830 gegründet.

Es beteiligte sich am “10 Tage Feldzug" von 1831 und kämpfte ebenfalls im Ersten Weltkrieg, dabei verlor es 1500 Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten.

Sein glorreiches Verhalten brachte ihm sechs Auszeichnungen auf seine Fahne.

Die Ehrenkordel vom “Leopoldorden“ wurde ihm ebenfalls verliehen.

1940 hielt das 3. Regiment sich tapfer im “18 Tage Feldzug“.

Es zeichnete sich hauptsächlich in den Ardennen, an der Dender und in Vinkt aus, wo es siegreich den einzigen belgischen Gegenangriff der Armee führte.

Drei neue Auszeichnungen belohnten das hervorragende Verhalten.

Zusätzlich wird die Fahne mit dem Leopold Orden geschmückt.

Die Verluste beziffern sich auf 8 Offiziere, 10 Unteroffiziere und 108 Korporale und Soldaten.

Am 16. Januar 1952 wird das 3. Ardennenjägerbataillon reaktiviert.

Es richtet sich in Vielsalm ein, seine alte und einzige Garnisonstadt.

Als leichtes Infanteriebataillon ist es eine seiner Aufgaben, Milizsoldaten auszubilden, die ihren Dienst in deutscher Sprache leisten möchten.
1960 nimmt das 3. Bataillon der Ardennenjäger an verschiedenen Unternehmungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Belgisch-Kongo (Zaïre) teil.

1977 erhält das 3. Bataillon der Ardennenjäger den zusätzlichen Auftrag, den Milizsoldaten die Grundausbildung während des 1. Monats zu erteilen, bevor sie zu ihren Einheiten versetzt werden.

Ab 1986 hat das Bataillon die zusätzliche Aufgabe, Wehrübungen für Reserveeinheiten zu organisieren, die mit der Territorialverteidigung beauftragt sind.

Das 3. Ardennenjägerbataillon präsentiert sich in den 80er Jahren folgendermaßen :

  • ein Bataillon-Stab
  • eine Stab- und Dienstkompanie, ein Aufklärer- und ein Mörserzug
  • eine Ausbildungskompanie, welche Rekruten ausbildet, die für andere Einheiten bestimmt waren
  • eine Ausbildungskompanie für Reserveeinheiten
  • eine deutschsprachige Schützenkompanie

Im Jahr 1994 kam dann das Aus.

Das 3. Ardennenjägerbataillon wurde am 25. Februar 94 aufgelöst und im Laufe des Jahres wurde das Personal zu anderen Einheiten versetzt. z.B. Marche-en-Famenne, Spa, Elsenborn, Vogelsang.

 

IDELUX kaufte das Gelände 1999.

Im Jahre 2000 konnten die ersten Institutionen dort einziehen.

So etwa das rote Kreuz, eine Wäscherei oder Behindertenwerkstätten...

 

Text Georg Schmitz

Photo: Grenz Echo
Photo: Grenz Echo

Der wohl traurigste Augenblick.

Die Dritten Ardennenjäger geben Ihre Regimentsfahne zurück.

Von den 800 Soldaten des Bataillons in den Jahren 1954 bis 1956 stammten etwa 650 aus den Ostkantonen: eine französischsprachige und drei deutschsprachige Kompanien.

Dieses Verhältnis hatte bis Anfang der 70er Jahre Bestand.
Major Stéphany (1954 bis 1956) war es, der den Kontakt zu den deutschsprachigen Gemeinden suchte und auch fand.

Viele denken zurück an die verschiedenen Veranstaltungen zugunsten der Soldaten: Theaterauftritte, Kappensitzungen, usw.

Man erinnert sich auch an die großangelegte Spendenaktion der einzelnen Gemeinden, die es ermöglichten, einen Musikzug von 57 Ausführenden aufzubauen — eine Seltenheit in der belgischen Armee.
Jedes Jahr stellte das Bataillon während mehrerer Wochen auch die Wache vor dem Königlichen Palast in Brüssel.

Hier war es 1955 der schwarze, wehende Vollbart des Soldaten Schlabertz aus Neidingen, der seinem Träger die staunende Bewunderung der Brüsseler Bevölkerung einbrachte

Bei einem Manöver in der Nähe von Tongern im März 1956 nahm König Baudouin nach der Abschlußparade in einem Zelt das Mittagessen mit den Mannschaften und Offizieren ein.

Vor dem Zelt präsentierten die Soldaten Josef Paquet aus Lascheid und Mathieu Bühler aus Eupen die Gewehre.

Der König unterhielt sich längere Zeit mit Josef Paquet in deutscher Sprache.

Bei den offiziellen Besuchen des Königs in den Ostkantonen waren die Ardennenjäger aus Vielsalm immer anwesend

1960 nahm eine Marschkompanie der Ardennenjäger aus Vielsalm unter dem Befehl von Kommandant Borboux an der Aufrechterhalltung der Ordnung im Kongo teil.

Die Beziehungen zwischen dem Bataillon und der örtlichen Bevölkerung wurden im Laufe der Zeit immer enger.

Kommandant Borboux rief auch den Gedenk- und Freundschaftsmarsch ins Leben. Männer, Frauen, Kinder und natürlich Militärs aus aller Herren Länder haben inzwischen, in vier Etappen, von Arlon ausgehend die Garnisonsstadt Vielsalm durch die schöne und wilde Ardennenlandschaft erreicht.

Der Geburtenrückgang zeigte sich auch beim Militar.

Während früher alle zwei Monate neue Rekruten ausgehoben wurden, waren in den letzten Jahren nur noch zwei Aushebungen pro Jahr die Regel.

Dies hatte einen gewaltigen Einfluß auf die Besetzung der einzelnen Kompanien, so daß letztendlich für das gesamte Bataillon nur noch eine Marschkompanie übrigblieb.

Text Georg Schmitz

                  Geschichte  der  Ardennenjäger, von Mathias Müllender

Nur wenige Tage bevor er plötzlich und unerwartet verstarb, gab Mathias Müllender uns u.a. seinen Text, zur Geschichte der Ardennjäger. Wir werden diesen Text ganz bewusst nicht "abtippen" sondern in seiner Handschrift hier verewigen, in Gedenken! Es war quasi sein Merkzettel, seine Kladde und uns ist es ein wertvolles Dokument!